Literatur zu Zeit-Themen

Zeit-Literatur möchte über neu erschienene Bücher, Zeitschriften, usw., die lesenswert erscheinen, jeweils aktuell und mehrmals jährlich informieren. Sie finden hier Leseempfehlungen für wissenschaftliche Zeit-Fachliteratur, Sachbücher, die sich dem Thema Zeit widmen sowie auch von Zeit-Erlesenem für Muße-Stunden.

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Geißler A. Karlheinz

Immer mit der Ruhe.
Leben ist zu schön für Hast und Hektik

2021
Freiburg: Herder Verlag

Wir verabscheuen Langeweile, mögen nicht warten und steigern allzugerne das Tempo. Aber wer sich unter dem Diktat der Termine nur durchs Leben peitscht, lebt an seinen eigenen Möglichkeiten vorbei. Zeit ist Leben, nicht nur kostbar, sondern auch vielfältig und bunt. Zeit gewinnt, wer der Devise abschwört, die alles Leben dem ökonomischen Nutzen unterordnet. Ruhe ist ein Sehnsuchtswort. Und Langsamkeit eine Einladung. »Europas bekanntester Zeitforscher« Karlheinz A. Geißler zeigt: Wer zur Ruhe kommt, hat einfach mehr vom Leben. Er sieht das Besondere und das Detail. Auf der Autobahn des Lebens rast man am Glück vorbei. Daher: immer mit der Ruhe! Gönn dir Zeit. Das Leben ist zu kurz – und viel zu schön – für Hektik. (Verlagstext)

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Agatha Frischmuth

Nichtstun als politische Praxis.
Literarische Reflexionen von Untätigkeit in der Moderne.

2021
Bielefeld: transcript

In der Moderne gilt das Nichtstun gemeinhin als wertlos oder gefährlich. Im Gegensatz dazu betrachtet Agatha Frischmuth das Phänomen in einer völlig neuen Auslegung von Hannah Arendts Handlungsphilosophie als eine genuin politische Praxis, die die im westlichen Denken fest verankerte Binäropposition zwischen Handlung und Nichthandlung auflöst. Ihre literaturwissenschaftliche Studie zeigt in diskursanalytischen Lektüren der Romane von Robert Walser, Thomas Mann, Georges Perec und Mirosaw Nahacz Überraschendes auf: eine bisher ungeahnt enge Verknüpfung des Nichtstun-Motivs mit einer Sehnsucht nach Gemeinschaft und die Darstellung des Nichtstuns als uneigentliches Erzählen und Sprechen. (Verlagstext)

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Odell, Jenny

Nichts tun.
Die Kunst, sich der Aufmerksamkeitsökonomie zu entziehen

2021
München: C. H. BECK

Wir leben inmitten einer kapitalistischen Aufmerksam­keitsökonomie, die unsere Sinne und unser politisches Bewusstsein verkümmern lässt. «Nichts tun» ist der wohlüberlegte Aufruf, unser Leben fernab von Effizienzdenken und Selbstoptimierung zurückzuerobern. Ein provokatives, zeitgemäßes und glänzend geschriebenes Buch, das die Leser:innen aufrütteln wird. Unsere Aufmerksamkeit stellt die wertvollste Ressource dar, über die wir verfügen. Im Effektgewitter kommerzieller Internetplattformen wie Facebook, Twitter, Instagram oder TikTok wird sie jedoch permanent überspannt. Jenny Odell plädiert in ihrem Buch auf eindrückliche Weise für ein radikales Innehalten, statt unsere kostbare Freizeit weiter an die kurzfristigen Verlockungen der Aufmerksamkeitsökonomie zu verschwenden. Nur über bewusste Formen des Nichtstuns finden wir heute noch zu uns selbst: etwa wenn wir uns phasenweise wieder in unsere natürliche Umgebung zurückzuziehen lernen, die Kunst der Naturbeobachtung kultivieren und authentische Begegnungen mit anderen zulassen. Odell versteht ihre Anleitung zum Nichtstun gleichsam als Akt des politischen Widerstands, um der notorischen Selbst- und Naturzerstörung im Kapitalismus etwas entgegenzusetzen und die Forderung nach demokratischer Partizipation und Solidarität mit Leben zu erfüllen. (Verlagstext)

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Zeitschrift
ManagerSeminare – Das Weiterbildungsmagazin
Heft 280 / Juli 2021

Zeit neu denken. Wider den Zeitirrsinn

Bonn: managerSeminare Verlags GmbH

„Zeit ist Geld“, „Warten ist verschwendete Zeit“, „Es gibt nur eine Zeit“ … unsere Vorstellungen von der Zeit produzieren Stress, behindern Kreativität, senken die Lebensqualität und sind wesentlich mitverantwortlich für den Schaden, den wir der Umwelt zufügen. Davon sind Harald Lesch, Karlheinz Geißler und Jonas Geißler überzeugt. Es ist daher dringend Zeit, Zeit neu zu denken, sagen die drei Zeitexperten. (Verlagstext)

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Shahram Khosravi (ed.)

Waiting – A Project in Conversation

2021
Bielefeld: Transcript Verlag

Waiting is an inescapable part of life in modern societies. We all wait, albeit differently and for different reasons. What does it mean to wait for a long period of time? How do people narrate their waiting? Waiting is about the senses. If you do not sense it, there is no waiting. We sense waiting in the form of boredom, despair, anxiety and restlessness, but also anticipation and hope. Prolonged waiting is like insomnia – a state of wakefulness, a kind of mood, an emotional state. But it is also about politics; affecting and affected by gender, citizenship, class, and race. Blending ethnography, philosophy, poetry, art, and fiction, this book is a collection of works by scholars, visual artists, writers, architects and curators, exploring different forms of waiting in diverse geographical contexts, and the enduring effects of history, power, class, and coloniality. (Publisher’s Text)

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Maartje Willems

Es lebe das Nichtstun
Glücklicher, entspannter und achtsamer –
Das neue Lebensprinzip aus den Niederlanden

2021
München: mvg

Einfach mal nichts tun und dabei Entspannung und Erfüllung finden Niksen, das neue Lebensprinzip aus den Niederlanden, ist ein geniales Konzept für glückliche Prokrastination: Wenn es dir gelingt, die Kunst des Nichtstuns zu erlernen, wirst du gelassener, achtsamer und schaffst es so ganz leicht, Stress zu reduzieren und dein Leben in allen Facetten zu genießen – komplett ohne schlechtes Gewissen. Die bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Pflichtgefühl fördert das Entlarven von aufgezwängten Verhaltensmustern und öffnet Raum für die eigene Entspannung. Du möchtest einfach mal eine Weile aus dem Fenster schauen, ohne ständig dabei die Uhr zu beobachten? Fantastisch! Die Couch ist einladender als die 1000 Einladungen zu diversen Festen und Veranstaltungen? Alles richtig gemacht. Niksen fordert: weniger Angst vor Leistungsdruck und sozialer Anpassung und mehr Mut zum Chillen. (Verlagstext)

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Robin Kellermann

Im Zwischenraum der beschleunigten Moderne.
Eine Bau- und Kulturgeschichte des Wartens
auf Eisenbahnen, 1830-1935

2021
Bielefeld: transcript Verlag

Wartezeiten bilden ein unliebsames Alltagsphänomen, das uns jenseits seiner negativen Zuschreibung tiefe Einblicke in die Zeitkultur der Moderne gewährt. Anhand einer Archäologie von Architekturen und literarisch-künstlerischen Rezeptionen des Wartens zeigt Robin Kellermann am Beispiel des Eisenbahnverkehrs auf, wie sich Rahmung und Wahrnehmung dieses zeitlichen Zwischenraums im Laufe der Moderne von einem Zustand der würdigen Erwartung und Vorfreude zum Störfaktor der beschleunigten Welt wandelten. Damit erweitert er unser Verständnis der Epoche um ihre vielfach erzeugten Momente des Stillstands und erkundet einen Temporalzustand, der konstitutiv für die Verkehrsentwicklung wurde und trotz aller Auslöschungsversuche untrennbar mit ihr verbunden bleibt. (Verlagstext)
Auch als Open Access (pdf) herunterladbar. 

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Tillmann Wahne

Kindliche Zeitpraktiken in KiTa und Grundschule.
Eine qualitative Fallstudie

2021
Opladen, Berlin, Toronto: Budrich Academic Press

Wie erleben und gestalten Kinder Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungszeiten? Welche Bedeutung kommt dabei den pädagogischen Fachkräften sowie den institutionellen Zeitstrukturen zuteil? Im Lichte gegenwärtiger Zeittendenzen und der Debatten um den Ausbau der Ganztagsbildung bietet die vorliegende Fallstudie einen empirischen Einblick in die Zeitpraktiken von Kindern in Einrichtungen des Elementar- und Primarbereichs und diskutiert zeitpädagogische und zeitpolitische Implikationen. Zeitdiagnostisch betrachtet prägen Phänomene wie die Beschleunigung, Flexibilisierung und Entgrenzung das soziale Leben in zunehmendem Maße. Die Bevölkerungsgruppe der Kinder erlebt diese zeitlichen Veränderungen v. a. in Form einer voranschreitenden Insti­tutionalisierung der Kindheit. Bildungsbeteiligungen und Betreuungs­umfänge nehmen tendenziell weiter zu und weisen darauf hin, dass elementar- und primar-pädagogische Institutionen im Prozess der Zeitsozialisation eine Schlüsselposition einnehmen. So hat die Art und Weise, wie Zeit hier gelebt und strukturiert wird, weitreichende Einflüsse auf die Herausbildung der zeitlichen Denk- und Handlungsweisen. Trotz der Relevanz der Zeitkategorie sind Zeitforschungen im Feld der (frühen) Kindheit deutlich unterrepräsentiert. Zeitbezogene Fragestellungen werden bisher eher aus einer strukturell-rahmenden als aus einer inhaltlich-gestaltenden Perspektive diskutiert und analysiert. An dieser Leerstelle setzt die vorliegende qualitative – und ethnografisch orientierte – Fallstudie an. Aus einer handlungstheoretischen Betrachtungsweise wird herausgearbeitet, wie Kinder einen institutionellen Alltag unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen zeitlich ausgestalten, welche Charakteristika ihr Handeln aufweist und wie sie im Tagesverlauf mit der zeitlichen Fremdbestimmung umgehen. Aus einer institutions- und interaktionsbezogenen Perspektive wird des Weiteren analysiert, welche Einflüsse und Auswirkungen pädagogische Zeitstrukturen und die Zeitpraktiken von Fachkräften und Lehrkräften auf das kindliche Handeln in der Zeit haben. Die empirischen Daten basieren auf teilnehmenden Beobachtungen in drei Kindertagesstätten sowie einer Vor- und Grundschule. Die Ergebnisse der Studie machen sichtbar, dass sich die kindlichen Zeitpraktiken in besonderen Formen ausprägen, die häufig nicht den vorherrschenden Handlungspraktiken und -logiken der Erwachsenenwelt folgen, sondern vielmehr auf einer eigenen Sinngebung beruhen. Anknüpfend an diese Erkenntnisse werden zeitpäda­gogische und zeitpolitische Herausforderungen diskutiert und Forschungs­perspektiven aufgezeigt. (Verlagstext)
Auch als Open Access (pdf) herunterladbar.  

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G. Günter Voß (Hrsg.)

Lebensführung als Arbeit.
Arbeit und Leben im Umbruch 

2021
Augsburg, München: Rainer Hampp Verlag

Der Band präsentiert eine erweiterte zweite Auflage des seit Langem vergriffenen Buchs „Lebensführung als Arbeit“. Das Thema Lebensführung erfreut sich nach breiten empirischen Untersuchungen zu unterschiedlichen Einzelfragen und komplexen theoretischen Bemühungen in mehreren Projekten im Raum München und dann auch weit darüber hinaus wieder einer großen Aufmerksamkeit. Umso mehr stellt sich erneut die Frage, was unter den gesellschaftlichen Bedingungen des 21. Jahrhunderts mit dem traditions­reichen Begriff gemeint sein kann, exakt 100 Jahre nachdem die Kategorie durch das Werk von Max Weber schon einmal starke Beachtung fand. Der Rückblick auf die erste Fassung des Buchs erweist sich dabei mehr denn je als ausgesprochen hilfreich, weil dort wichtige theoretische Eckpunkte einer Theorie „Alltäglicher Lebensführung“ entwickelt wurden, die nichts an ihrer Relevanz eingebüßt haben. Im Gegenteil: Mit den schon damals dezidiert mit einer subjektorientierten Perspektive entwickelten Überlegungen lassen sich gerade heute wichtige und vor allem thematisch innovative konzeptionelle Gedanken sowie davon angeleitete Forschungen entwickeln. Dass sich dadurch aktuelle Themen, wie Genderfragen, Familien- und Sorgethemen, neue Formen von Arbeitsorganisation und Arbeitskraft, Auswirkungen digitaler Technologien u.a.m. in einer sehr spezifischen Weise zeigen, erweist deutlich die Fruchtbarkeit des subjekt- und alltagsbezogenen Blicks auf Lebensführung. Dem Band ist neben einem neuen Vorwort eine zweiteilige Liste beigefügt mit Übersichten zu der seit dem Erscheinen der ersten Auflage des Buchs erschienenen Literatur zum Thema „Lebensführung“: einmal aus dem weiteren Kontext des Projekts „Alltägliche Lebensführung“ und zum anderen eine umfangreiche Gesamtbibliographie zur Verwendung des Begriffs in verschiedenen Zusammenhängen. (Verlagstext)

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Gottfried Böhme

Die zweite Dimension der Zeit -
Wider den Monochronismus
 

2021
Zug / Schweiz: Die graue Edition

Vor etwa dreihundert Jahren verständigten sich die führenden Gelehrten Europas darauf, dass die Zeit nur eine Dimension hat. Auf diesem von Gottfried Böhme als Monochronismus bezeichneten Zeitkonzept entstand eine Naturwissenschaft, durch die ein radikaler technischer Umbau der Wirklichkeit möglich wurde, der heute längst den Menschen selber erreicht. Wie jedoch Bewusstsein sich in dieses monochronistische Welt- und Menschenbild einfügt, bleibt rätselhaft. Einer der wenigen Philosophen, die das erkannten, war Edmund Husserl. Auf seiner Zeitlehre aufbauend entwickelt Böhme eine breit angelegte Kritik heutiger naturalistischer Menschenbilder. Die Wiederentdeckung der Mehrdimensionalität von Zeit wirkt befreiend: Humane und religiöse europäische Traditionen werden rehabilitiert. (Verlagstext) 

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Steffen Liebig

Arbeitszeitverkürzung als Konvergenzpunkt?
Sozial-ökologische Arbeitskonzepte, Wachstumskritik
und gewerkschaftliche Tarifpolitik.

2021
Frankfurt / M.: Campus Verlag

Innovative Arbeitszeitmodelle stehen wieder im Fokus der arbeitspolitischen Agenda: In den Gewerkschaften wird vermehrt über die Einführung einer 28-Stunden-Woche, Wahlmodelle und lebenslauforientierte Arbeitszeitpolitik diskutiert. Gleichzeitig gilt eine verkürzte Arbeitszeit in wachstumskritischen Debatten als alternatives Instrument zur Beschäftigungssicherung und als vielversprechende Maßnahme zur Verringerung der Emissionen. Doch obwohl die Zeit für klimapolitische Weichenstellungen drängt, werden die Positionen von Gewerkschaften und Sozialökologie getrennt verhandelt, was zu wechselseitigen Leerstellen führt. Steffen Liebig bringt die Konzepte zusammen und zeigt, dass die Politik der Arbeitszeitverkürzung geeignet ist, beide Positionen zu verbinden, und eine Schlüsselfunktion für die sozial-ökologische Transformation einnimmt.    (Verlagstext)

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Marion Kalmer

Die neue (Echtzeit-)Ordnung der Städte.
Wie digitale Anwendungen den Stadtraum re-organisieren

2021
Bielefeld: Transcript Verlag

Eine neue Echtzeit-Ordnung schreibt sich mit großer Geschwindigkeit in unsere Städte ein und beginnt, sie zu re-organisieren. Sie ist die Konsequenz einer neuen, sublimen Form von Dienstleistungslandschaft, wird in digitalen Protokollen strukturiert und durch mobile Applikationen vertrieben. In bisher ungekannter Weise werden räumliche Strukturen geplant, definiert und verfügbar gemacht – ein kritisches Moment der Kommerzialisierung und Kontrolle, gleichzeitig aber eine Option faszinierender elastischer Werkzeuge. Marion Kalmer präsentiert eine neue, kategorial zusammengezogene Reflexion der wesentlichen Phänomene dieser abrufbaren räumlichen Ordnung. (Verlagstext)

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David Rooney

About Time
A History of Civilisation in Twelve Clocks

New York: W. W. Norton & Company, Inc.

A captivating, surprising history of timekeeping and how it has shaped our world. For thousands of years, people of all cultures have made and used clocks, from the city sundials of ancient Rome to the medieval water clocks of imperial China, hourglasses fomenting revolution in the Middle Ages, the Stock Exchange clock of Amsterdam in 1611, Enlightenment observatories in India, and the high-precision clocks circling the Earth on a fleet of GPS satellites that have been launched since 1978. Clocks have helped us navigate the world and build empires, and have even taken us to the brink of destruction. Elites have used them to wield power, make money, govern citizens, and control lives—and sometimes the people have used them to fight back. Through the stories of twelve clocks, About Time brings pivotal moments from the past vividly to life. Historian and lifelong clock enthusiast David Rooney takes us from the unveiling of al-Jazari’s castle clock in 1206, in present-day Turkey; to the Cape of Good Hope observatory at the southern tip of Africa, where nineteenth-century British government astronomers moved the gears of empire with a time ball and a gun; to the burial of a plutonium clock now sealed beneath a public park in Osaka, where it will keep time for 5,000 years. Rooney shows, through these artifacts, how time has been imagined, politicized, and weaponized over the centuries—and how it might bring peace. Ultimately, he writes, the technical history of horology is only the start of the story. A history of clocks is a history of civilization.(Publisher's text)

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Dr. Alexander Friedrich, Prof. Dr. Petra Gehring, Prof. Dr. Christoph Hubig, Dr. Andreas Kaminski, Prof. Dr. Alfred Nordmann ((Hrsg.)

Konfigurationen der Zeitlichkeit
Jahrbuch Technikphilosophie 2021

2021
Baden-Baden: Nomos.

Mit seinen Beiträgen in deutscher, englischer oder französischer Sprache bildet das Jahrbuch das gesamte Spektrum aktueller technikphilosophischer Debatten ab. Ebenso bietet das JTPhil ein Forum für philosophisch orientierte Beiträge aus den Science and Technology Studies (STS), für kultur- und diskurshistorische Reflexionen der Rolle von Technik in Wissenschaft und Gesellschaft und für der Philosophie nahestehende Analysen technikpolitischer und technikethischer Entwicklungen.
Zwischen Zeit und Technik besteht ein Zusammenhang: Das liegt schon seit den klassischen Zeitphilosophien nahe. Bereits das Messen von Zeit setzt Mess- und Zähltechniken voraus. Mit dem technologischen Wandel verändert sich auch die temporale Verfasstheit unserer Wirklichkeit. Titelworte wie Entschleunigung, Synchronisierung, Prävention und Entzeitlichung verweisen auf einschlägige Problemlagen. Mit dem Themenschwerpunkt 2021 möchte das Jahrbuch neue, technikphilosophische Perspektiven auf die temporalen Verhältnisse eröffnen, in denen wir denken, kommunizieren, arbeiten und leben.
Mit Beiträgen von: Cornelius Borck, Stefan Böschen, Christopher Coenen, Olivier Del Fabbro, Andreas Folkers, Yvonne Förster, Alexander Friedrich, Steve Fuller, Gabriele Gramelsberger, Thilo Hagendorff, Thomas Hilgers, Dirk Hommrich, Erich Hörl, Sebastian Lederle, Janne Mende, Jürgen Meutgens, Carl Mitcham, Oliver Müller, Alfred Nordmann, Tom Poljanšek, Maurice Merleau-Ponty, Ludger Schwarte, Astrid Schwarz, René von Schomberg, René Umlauf, Sarine Waltenspül, Bastian Weiß, Langdon Winner und Yongmou Liu.(Verlagstext)

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Felipe Torrese

Temporal Regimes
Materiality, Politics, Technology

2021
Routledge

Temporal Regimes provides a theoretical framework for understanding the temporal structures of society; a conceptually rich, empirically nuanced and culturally embodied account of temporal phenomena in contemporary world. What does it imply temporal regimes? How the everyday life as well as the global mobilities coordination requires temporal underpinnings? The answers to these questions mean more than simply understanding the general thesis on acceleration or space-time compression on the one hand; but also, a micro-multiple-localised time experience by gender, class or age, on the other. They also mean understanding in an integrative way the very structural temporalities within the everyday lived, embodied and situated ones. They require both a robust and flexible epistemic analysis considering their material bedrock through political and technological forefront dimensions. Advancing a rigorous, well-grounded theoretical understanding, and offering a useful way to analytically conceptualise the temporal dynamics on our societies, this book will be of interest to advanced students and scholars enquiring a rich set of topics ranging from time and politics, new materialism, conceptual history as well as technology, collective action and social change. (Publisher's text)

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Axel Haunschild, Florian Krause, Christiane Perschke-Hartmann, Andrea-Kristin Schubert, Günther Vedder, Martin Vogel (Hrsg.)

Arbeit und Zeit.
Schriftenreihe zur interdisziplinären Arbeitswissenschaft
Band 12

2020
München, Augsburg: Rainer Hampp Verlag

Die Zeit ist ein zentrales Strukturprinzip moderner Gesellschaften und der Arbeit in Organisationen. Viele berufliche und private Herausforderungen hängen mit Zeitknappheit, dringenden Terminen, Überstunden sowie Beschleunigung zusammen. Die Menschen wünschen sich demgegenüber mehr Eigenzeit, Flexibilität, Entschleunigung und Auszeiten. Innerhalb der Arbeitswissenschaft wurde dem Zusammenhang von Arbeit und Zeit schon lange eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In Unternehmen hat sich das Arbeitszeitmanagement in den letzten Jahren zu einem zentralen Handlungsfeld der Personalpolitik entwickelt. Wie sollen mobiles Arbeiten, Teilzeitführung, Sabbaticals und Workation organisiert werden? Wie wirkt sich die Einführung agiler Arbeitsformen auf die Zeitnutzung aus? Lässt sich die Erschöpfung der Beschäftigten durch ein besseres Selbstmanagement reduzieren? Und wie passen die Themen Zeit und Nachhaltigkeit eigentlich zusammen? Mit solchen Fragen beschäftigen sich die vier Fachbeiträge und drei umfangreichen Studien in diesem Sammelband. Er ist am Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft der Leibniz Universität Hannover entstanden. Die Autor*innen arbeiten entweder als Wissenschaftler*innen an diesem Institut oder haben dort den Masterstudiengang Arbeitswissenschaft absolviert.   

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Karlheinz A. Geißler, Jonas Geißler (Hrsg.)

Alles eine Frage der Zeit
Warum die »Zeit ist Geld«-Logik
Mensch und Natur teuer zu stehen kommt

2021
München: oekom-Verlag

Niemand wartet gern. Doch wer entscheidet, ob und wie wir warten? Zeitnot und Hektik prägen unsere Gesellschaft. Gemäß dem Motto »Zeit ist Geld« kämpfen wir gegen alles Langsame, Bedächtige oder Pausierende, oft bis zur Erschöpfung. Dafür zahlt auch die Natur einen hohen Preis: Unsere Nonstop-Gesellschaft forciert die ökologische Krise. Was die Natur in Jahrtausenden erzeugt hat, wird in kürzester Zeit »verwertet«, ja regelrecht verbrannt.
Offensichtlich müssen wir uns die Sache mit der Zeit noch einmal genauer anschauen. Das haben sich der Physiker und Philosophieprofessor Harald Lesch, der Zeitexperte Karlheinz A. Geißler und der Zeitberater Jonas Geißler vorgenommen. Das Trio erklärt unterhaltsam, was Zeit eigentlich ist, wie sich unser Zeitverständnis im Lauf der Jahrhunderte geändert hat und warum uns die Zeit so oft fehlt - obwohl doch ständig neue nachkommt.
Ein Buch, das die wichtigsten Zeitfragen beantwortet, auch die nach mehr Zeitwohlstand und einem Leben in besserem Einklang mit den Rhythmen der Natur. (Verlagstext)

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