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Literatur zu Zeit-Themen

Zeit-Literatur möchte über neu erschienene Bücher, Zeitschriften, usw., die lesenswert erscheinen, jeweils aktuell und mehrmals jährlich informieren. Sie finden hier Leseempfehlungen für wissenschaftliche Zeit-Fachliteratur, Sachbücher, die sich dem Thema Zeit widmen sowie auch von Zeit-Erlesenem für Muße-Stunden.

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Karlheinz A. Geißler, Jonas Geißler (Hrsg.)

Alles eine Frage der Zeit
Warum die »Zeit ist Geld«-Logik
Mensch und Natur teuer zu stehen kommt

2021
München: oekom-Verlag

Niemand wartet gern. Doch wer entscheidet, ob und wie wir warten? Zeitnot und Hektik prägen unsere Gesellschaft. Gemäß dem Motto »Zeit ist Geld« kämpfen wir gegen alles Langsame, Bedächtige oder Pausierende, oft bis zur Erschöpfung. Dafür zahlt auch die Natur einen hohen Preis: Unsere Nonstop-Gesellschaft forciert die ökologische Krise. Was die Natur in Jahrtausenden erzeugt hat, wird in kürzester Zeit »verwertet«, ja regelrecht verbrannt.
Offensichtlich müssen wir uns die Sache mit der Zeit noch einmal genauer anschauen. Das haben sich der Physiker und Philosophieprofessor Harald Lesch, der Zeitexperte Karlheinz A. Geißler und der Zeitberater Jonas Geißler vorgenommen. Das Trio erklärt unterhaltsam, was Zeit eigentlich ist, wie sich unser Zeitverständnis im Lauf der Jahrhunderte geändert hat und warum uns die Zeit so oft fehlt - obwohl doch ständig neue nachkommt.
Ein Buch, das die wichtigsten Zeitfragen beantwortet, auch die nach mehr Zeitwohlstand und einem Leben in besserem Einklang mit den Rhythmen der Natur. (Verlagstext)

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Jürgen P. Rinderspacher

»Beeilt euch!« – Zeitprobleme
im sozialökologischen Transformationsprozess

2020
München: oekom-Verlag

Vor uns die Sintflut? Nach Meinung der Expert*innen haben wir nur noch wenig Zeit, um zu verhindern, dass die Welt eine andere wird als die, die wir kennen. Allen, die das ändern wollen, begegnen auf ihrem Weg in eine nachhaltige Gesellschaft zeitliche Phänomene, die entweder den Transformationsprozess blockieren - oder ihn begünstigen. Jürgen P. Rinderspacher analysiert die zeitliche Wirkung von Katastrophen-Narrativen und die vermeintliche Langsamkeit von Demokratien ebenso wie die Zeitrelevanz von Rebound-Prozessen sowie das Verhältnis der Generationen zueinander im Verteilungskampf um knappe Ressourcen zwischen Gegenwart und Zukunft. Dabei geht es auch um die Frage nach dem Wert bürgerlicher Freiheitsrechte im Zeitalter des Klimanotstands. Doch wo die Gefahr ist, wächst auch das Rettende: Individuum und Gesellschaft können durch ein neu justiertes Verständnis vom guten Umgang mit der Zeit dazu beizutragen, das Ruder noch herumzureißen, etwa durch »Zeitinvestitionen für die Umwelt«. (Verlagstext)

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Karin Jurczyk (Hrsg.)

Doing und Undoing Family

Konzeptionelle und empirische Entwicklungen
2020
Weinheim: Beltz Juventa

Eine Familie hat man nicht einfach, man muss sie »tun«. Familie als Herstellungsleistung und Doing Family zu verstehen, ist inzwischen verbreitet. Theoretische Vertiefungen – etwa um die Dimensionen Care, Gender, soziale Ko-Produzenten von Familie sowie um Praxistheorien – sind jedoch notwendig, ebenso wie die Erweiterung des Blicks auf Prozesse des Schädigens, des Distanznehmens und Grenzenziehens in Familien, dem Undoing Family. Wie erkenntnisreich eine solche praxeologische Perspektive auf das Pendeln zwischen Doing und Undoing in Familien sein kann, zeigen die vielfältigen empirischen Beiträge. (Verlagstext)

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Karin Jurczyk, Ulrich Mückenberger (Hrsg.)

Selbstbestimmte Optionszeiten im Erwerbsverlauf
Forschungsprojekt im Rahmen des „Fördernetzwerks Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung“ (FIS)

2020
München: Deutsches Jugendinstitut e.V. /
Universität Bremen

(download)

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Stephan O. Görland

Medien, Zeit und Beschleunigung
Mobile Mediennutzung in Interimszeiten

2020
Wiesbaden: Springer VS

Die vermeintliche Beschleunigung des Lebenstempos ist eine der populärsten Annahmen der Gegenwart. Besonders Medien wird in diesem Prozess eine verstärkende Rolle zugesprochen. Die Studie von Stephan O. Görland analysiert die Interdependenzen zwischen Zeitumgang und ‑praktiken mit mobilen Medien und Zeiterleben in Warte- und Transitzeiten, sog. Interimszeiten. Dazu wird eine Methodentriangulation verwendet. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Nutzung von mobilen Medien in Interimszeiten zu einem Gefühl der Beschleunigung führt und Nutzerinnen und Nutzer mittels verschiedener Zeitpraktiken versuchen, diese Zeitspannen optimal zu nutzen. Der Autor liefert eine erstmalige empirische Analyse von Beschleunigung und Medien sowie neue Einblicke in die mediale Ausgestaltung von Interimszeiten.. (Verlagstext)

Eine Rezension zu dem Buch ist im Zeitpolitischen Magazin Ausgabe 36 erschienen.

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Ingo Stützle (Hrsg.)

Work-Work-Balance
Marx, die Poren des Arbeitstages und neue Offensiven des Kapitals

2020
Berlin: Dietz

Wie im Kapitalismus aus Geld mehr Geld werden kann, zeigt Marx im »Kapital«. Das Zauberwort lautet Ausbeutung. Sie umfasst auch immer die Verfügungsmacht über die Arbeits- und Lebenszeit derjenigen, die ausgebeutet werden. Es wundert also nicht, dass eines der zentralen Kapitel im »Kapital« den Arbeitstag und seine Grenzen diskutiert. Ebenso wenig verwundern die immerwährenden Forderungen von Unternehmensverbänden nach längeren und flexibleren Arbeitszeiten inkl. längerer Lebensarbeitszeit. »Work-Work-Balance« geht vor diesem Hintergrund auf der Suche nach einem besseren Leben jenseits von Selbstoptimierung und Arbeitsverdichtung den historischen und vor allem aktuellen Kämpfen um Lebens- und Arbeitszeit nach. (Verlagstext)

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Paqout Thierry

Die Kunst des Mittagsschlafs

2019
Göttingen: Steidl Verlag

Die Siesta ist mehr als ein heiteres Dämmern – sie ist ein Moment der Ruhe, der Wollust und ein Akt des Widerstands, gefeiert in Kunst und Literatur. Wer mittags schläft, entzieht sich der Fremdbestimmung, widersetzt sich den Rhythmen der Arbeitswelt und der Produktivitätsmoral. Siesta ist Individualität, Siesta ist Luxus. Thierry Paquot erzählt die Geschichte des Mittagsschlafs in verschiedenen Mythen und Kulturen. Er verfolgt seine Spur in der abendländischen Malerei und ruft auf zur Revolution: Mittagsschläfer aller Länder behauptet eure Einzigartigkeit und widersteht der globalen, der totalitären Zeit! Das ist nur der Anfang, die Siesta geht weiter! (Verlagstext)

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Thomas Girst

Alle Zeit der Welt

2019
München: Hanser Verlag

Geschichten über erstaunliche Dinge, die sehr viel Zeit brauchen – Eine Feier der Langsamkeit gegen das Tempo der Gegenwart
Ein umfassendes Wörterbuch, an dem mehrere Generationen gearbeitet haben, oder ein französischer Briefträger, der auf seinem täglichen Gang Steine und Muscheln sammelt, aus denen er in 33 Jahren ganz alleine einen fantastischen Palast errichtet: Manches braucht eben etwas mehr Zeit. Thomas Girst versammelt höchst unterhaltsame Geschichten von Künstlern und Wissenschaftlern mit langem Atem – einer Fähigkeit, die vielen von uns heute fehlt. Doch wenn er sich Zeit lässt, sind dem Menschen große Dinge möglich. Wir müssen nur lernen, uns die Zeit zu nehmen. Dieses Buch erhebt Einspruch gegen das Diktat des Tempos. (Verlagstext)

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Eva Ochs

Beruf als Berufung?
Die Work-Life-Balance bürgerlicher Männer
im 19. Jahrhundert

SOFIE. Schriftenreihe zur Geschlechterforschung, Band 25
2019
St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag

Pantoffelheld oder Arbeitssoldat? Eva Ochs untersucht das berufliche Selbstverständnis und die familiäre Lebenspraxis von Bürgern des 19. Jahrhunderts anhand von Lebenserinnerungen, Briefen und Tagebüchern.
Unternehmer wie Werner von Siemens oder höhere Beamte wie Rudolf von Delbrück entwickelten ein spezifisches Berufsethos und maßen der eigenen beruflichen Tätigkeit eine geradezu sakrale Bedeutung bei. In der Praxis wurden sie zugleich mit den konkurrierenden Anforderungen an treusorgende Familienväter konfrontiert. Zudem bestimmten bereits die Herkunftsfamilien die Karrierewege und das berufliche Selbstverständnis der Wirtschafts- und Bildungsbürgersöhne und ließen dabei nur manchmal Raum für abweichende individuelle Lebensentwürfe. (Verlagstext)

(Mehr Info)

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Paul Huebener

Nature's Broken Clocks
Reimagining Time in the Face of the Environmental Crisis

2020
University of Regina Press

The environmental crisis is, in many ways, a crisis of time. From the distress cries of birds that no longer know when to migrate, to the rapid dying of coral reefs, to the quickening pace of extreme weather events, the patterns and timekeeping of the natural world are falling apart. We have broken nature’s clocks.

Lying hidden at the root of this problem are the cultural narratives that shape our actions and horizons of thought, but as Paul Huebener shows, we can bring about change by developing a critical literacy of time. Moving from circadian rhythms and the revival of ancient frozen bacteria to camping advertisements and the politics of oil pipelines, Nature’s Broken Clocks turns to works of fiction and poetry, examining how cultural narratives of time are connected to the problems of ecological collapse and what we might do to fix them. (publishers text)

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Zeitschrift

Wie wir lernten, Pause zu machen
Brand eins, Heft 8/2020

Brand eins Medien AG: Hamburg

Weblink

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AVENUE (Hrsg.)

Die Zeit ist knapp
Wissenskultur Nr. 8

2020
Basel: AVENUE Verlag

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Franziska Wolff, Jonas Langen

Die Rolle von Zeit für Umweltpolitik
und Nachhaltigkeitstransformationen

Teilbericht im Rahmen des ReFoPlan-Vorhabens
„Den ökologischen Wandel gestalten“

2020
Berlin: Umweltbundesamt

In diesem Teilbericht wurde untersucht, wie die unterschiedlichen Aspekte bzw. Dimension von Zeit im Kontext einer nachhaltigen Gestaltung von Umweltpolitik konzeptionell aufbereitet werden können und die wichtigsten Ergebnisse werden dargestellt. Der Bericht steht für jeden Interessierten zum kostenfreien Download bereit:
Weblink

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